Die ERP Trends 2026 zeigen klar: Unternehmen modernisieren ihre ERP-Landschaft nicht mehr nur, um Abläufe zu digitalisieren, sondern um schneller, datenbasierter und sicherer zu steuern. Cloud- und SaaS-Modelle gewinnen weiter an Bedeutung, weil sie Updates, Skalierung und Betrieb effizienter machen. Gleichzeitig wird KI im ERP zunehmend praxisrelevant, etwa für Automatisierung in Finance, Einkauf und Service sowie für bessere Prognosen.

Ein weiterer Treiber sind moderne Auswertungen. ERP-Analytics mit Power BI bringt KPIs und Dashboards näher an die Fachbereiche und verbessert die Entscheidungsfähigkeit im Tagesgeschäft. Erfahren Sie, welche ERP System Trends jetzt entscheidend sind und wie Sie daraus eine belastbare Modernisierungs-Roadmap ableiten.

ERP-Trends, die man im Jahr 2026 beobachten sollte

1. Cloud-native ERP und SaaS: Betriebsmodelle und Lizenztrends

Cloud-native ERP ist 2026 weniger eine Zukunftsfrage als eine strategische Betriebsentscheidung. Weltweit werden ERP-Lösungen immer häufiger vollständig als Cloud-Deployment umgesetzt. Cargoson beziffert den Anteil cloudbasierter ERP-Deployments an allen ERP-Implementierungen auf rund 70 Prozent.

In Deutschland halten klassische On-Premise-Installationen zwar weiterhin einen relevanten Anteil, gleichzeitig steigt die Cloud-Nutzung in der Breite deutlich. Laut Bitkom Cloud Report 2025 werden in der deutschen Wirtschaft inzwischen 47 Prozent aller IT-Anwendungen aus der Cloud betrieben. Das ist ein Trend, der sich auch im ERP-Bereich fortsetzt, weil ERP eng mit Datenintegration, Aktualität und Skalierbarkeit verknüpft ist.

Für Unternehmen bedeutet das: Der Mehrwert entsteht nicht allein durch „Cloud statt On-Premise“, sondern durch passende SaaS-Betriebsmodelle und eine saubere organisatorische Umsetzung. Typische Anforderungen im Jahr 2026 sind:

  • Release- und Update-Fähigkeit: Regelmäßige Updates ohne Projektcharakter, inklusive klarer Test- und Freigabeprozesse.
  • Betrieb und Verantwortlichkeiten: Transparente SLAs, Rollen für Service-Management, Security und Datenverantwortung sowie ein verlässlicher Betrieb auch bei Wachstum oder saisonalen Spitzen.
  • Integration und Datenarchitektur: ERP als System of Record, angebunden über Schnittstellen an DMS, Shop, BI und Fachanwendungen, damit Prozesse Ende zu Ende laufen.
  • Exit- und Wechselkonzepte: Cloud Switching gewinnt an Relevanz, auch vor dem Hintergrund neuer EU-Anforderungen zur Portabilität und zum Anbieterwechsel (Data Act).

Parallel verändern sich die Lizenz- und Kostenmodelle. Klassische Nutzerlizenzen bleiben, werden aber zunehmend ergänzt durch modulare Pakete, nutzungsbezogene Komponenten und Aufpreise für KI-Funktionen.

Für die ERP-Auswahl heißt das: Neben Funktionsfit und Betrieb sollten Unternehmen 2026 die Kostenlogik sauber prüfen, zum Beispiel Nutzer, Module, Transaktionsvolumen, Datenmengen, KI-Funktionen sowie die Bedingungen für Wechsel, Export und Vertragsbeendigung.

Lesen Sie dazu unseren Artikel „On-Premises vs Cloud ERP: Was ist die bessere Wahl?“

2. Automatisierung mit KI-gesteuerten ERP-Systemen

KI wird 2026 im ERP nicht mehr nur als Assistenzfunktion verstanden, sondern zunehmend als Automatisierungs- und Entscheidungsschicht. Der Trend geht von klassischen Chatbots hin zu task-spezifischen KI-Agenten, die definierte Arbeitsschritte eigenständig anstoßen oder abarbeiten, zum Beispiel in der Stammdatenpflege, im Einkauf, in Serviceprozessen oder bei der Rechnungsverarbeitung. Gartner erwartet, dass bis 2026 ein signifikanter Anteil von Enterprise-Anwendungen solche KI-Agenten integriert.

Gleichzeitig lohnt sich eine realistische Einordnung: Gartner rechnet damit, dass über 40 Prozent der Agentic-AI-Projekte bis Ende 2027 wieder beendet werden, häufig wegen hoher Kosten und unklarer Geschäftswirkung. Das ist ein wichtiger Hinweis für ERP-Projekte. KI sollte nicht „oben drauf“ gesetzt werden, sondern an klar messbaren Prozesszielen ausgerichtet sein, etwa weniger manuelle Erfassung, schnellere Durchlaufzeiten, weniger Fehler, höhere Datenqualität.

Aus Anwendersicht zeigt sich der Nutzen vor allem dort, wo ERP ohnehin hohe manuelle Aufwände erzeugt: automatische Erkennung und Aufbereitung von Belegen, Vorschläge für Kontierung und Prüfregeln, Priorisierung und Routing von Servicefällen, Anomalieerkennung in Beständen und Disposition, sowie bessere Forecasts durch Kombination von ERP-Daten und Analytik.

3. Low-Code-ERPs

Low-Code ist zunehmend ein Treiber, um ERP-Prozesse schneller anzupassen und selbst zu erweitern. Gartner prognostiziert: „Bis 2025 wird die Low-Code-Anwendungsentwicklung für mehr als 70 % der Anwendungsentwicklungsaktivitäten verantwortlich sein.“

Haben Sie schon einmal einige Ihrer täglichen Aufgaben erledigt und sich gewünscht, Sie hätten ein zusätzliches Textfeld zur Eingabe der Rechnungsnummer des Kunden oder eine neue Dropdown-Liste mit Ihren benutzerdefinierten Optionen? Die Low-Code-Technologie ermöglicht es ERP-Anwendern ihre eigenen Apps zu erstellen, Dashboard-Ansichten und Workflows zu konfigurieren sowie Prozesse anzupassen.

Im Vergleich zu traditionellen Entwicklungs- und Änderungsmanagementzyklen machen es vorkonfigurierte Bausteine für neue Funktionselemente einfacher und schneller, Anwendungen zu personalisieren, ohne dass IT-Support oder aufwändige Programmiertätigkeiten erforderlich sind. Unternehmen, die ein Low-Code ERP verwenden, erhalten die Agilität, um auf sich ändernde Märkte und Kundenanforderungen schnell zu reagieren. Sie können ihre ERP-Software einsetzen, um ihr Geschäft wirklich zu differenzieren.

Erfahren Sie mehr über Low-Code-ERPs in unserem Artikel „Was ist ein Low-Code ERP und warum Sie sich damit beschäftigen sollten?“

4. ERP-Analytics und PowerBI

2026 erwarten viele Unternehmen vom ERP nicht nur stabile Prozesse, sondern belastbare Steuerungsinformationen in kurzer Taktung. Der Trend geht weg von statischen Monatsreports hin zu rollenbasierten Dashboards, Self-Service-Analysen und klar definierten KPI-Logiken, die im Tagesgeschäft genutzt werden.

Microsoft Power BI wird dafür häufig als Analytics-Schicht eingesetzt, weil Berichte, Dashboards und Kacheln in Anwendungen oder Websites eingebettet werden können, sodass Anwender Insights dort sehen, wo sie arbeiten.

Zusätzlich beschleunigt Copilot in Power BI die Analyse und die Erstellung von Report-Inhalten über natürlichsprachliche Prompts.
Mit dem eEvolution ERP lassen sich Power BI Dashboards über vordefinierte KPI-Contentpacks aus ERP-Daten speisen, um schneller zu konsistenten Kennzahlen zu kommen.

Damit das in der Praxis funktioniert, sollten Unternehmen insbesondere diese Punkte sauber klären:

  • KPI-Definitionen und Verantwortlichkeiten, damit alle Bereiche dieselben Zahlen gleich interpretieren.
  • Datenmodell und Berechtigungen, inklusive Detailtiefe bis auf Beleg- oder Kostenstellenebene.
  • Aktualisierungskonzept, zum Beispiel geplante Refresh-Zyklen oder Near-Real-Time, abhängig vom Use Case.
  • Einbettung in Arbeitsoberflächen, damit BI nicht zur isolierten Nebenanwendung wird
  • Saubere Anzeige der Dashboards auf mobilen Endgeräten

5. Nachhaltigkeit und ESG-Reporting

Umwelt- und ESG-Ziele (Environmental, Social, Governance) rücken in den Vordergrund. Unternehmen müssen ihren CO2-Ausstoß in regelmäßigen Nachhaltigkeitsberichten transparent machen und die Einhaltung von ESG-Vorgaben nachweisen. ERP-Systeme 2026 bieten spezielle Nachhaltigkeitsberichte und CO2-Footprint-Analysen. So helfen sie dabei, den ökologischen Fußabdruck von Lieferketten, Produktionsprozessen und Energieverbrauch zu messen.

Lesen Sie mehr darüber in unserem Artikel „Was hat eine ERP-Software mit der CO2 Bilanz von Unternehmen zu tun?“.

Nichts ist so beständig wie der Wandel

ERPs werden sich auch in diesem Jahr weiterentwickeln, um neue Technologien und Betriebsabläufe zu adaptieren. Darüber hinaus werden wir sicherlich weitere aufkommende ERP-Trends 2026 erleben, über die wir natürlich berichten. Informieren Sie sich auch über das eEvolution ERP, mit dem Sie viele der angesprochenen Trends bereits umsetzen können.

Wenn Sie mehr über die Möglichkeiten unseres eEvolution ERP erfahren wollen, dann nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf. Falls wir noch kein passendes ERP-Modul als Lösung anbieten können, freuen wir uns auf ein Gespräch über neuste Entwicklungen und Lösungsansätze, wie wir Ihr Geschäft gemeinsam für die Zukunft aufstellen.

Mirco Rennich

Ihre Ansprechpartnerin

Leonie Stork – Unsere Spezialistin für ERP

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